Schadstoffe
können in Innenräumen in einer Vielzahl von Materialien auftreten,
beispielsweise können Hölzer mit Holzschutzmittel imprägniert worden
sein, Spanplatten Formaldehyd oder Isocyanate enthalten, PVC-Böden
Weichmacher und Flammschutzmittel aufweisen und Farben und Lacke
flüchtige organische Verbindungen abgeben.
Vor einer Probenahme sollten nach Möglichkeit die in Frage kommenden
Quellen eingegrenzt werden, um unnötige Laborkosten zu vermeiden.
Die Probenahme richtet sich nach den chemisch-physikalischen
Eigenschaften der zu untersuchenden Stoffe.
leicht flüchtige Schadstoffe
Typische leicht flüchtige Stoffe stellen Formaldehyd und flüchtige,
organische Verbindungen VOC (=volatile
organic compound) dar und können aufgrund
des gasförmigen Aggregatzustandes bei Zimmertemperatur gut durch eine
Raumluftanalyse nachgewiesen werden.
schwerflüchtige Schadstoffe
In Gebäuden vor 1986 können PCP und Lindan in Holzschutzmitteln
enthalten sein (in neueren Gebäuden Vorkommen in Teppichen möglich), in
Neubauten können etwa aus Kunststoffen Weichmacher und
Flammschutzmittel freigesetzt werden. Diese können dann auch in der
Raumluft vorkommen und reichern sich dabei im Hausstaub an, deshalb
bietet sich für eine erste Einschätzung eine Hausstaubanalyse an, für
weitergehende Beurteilungen sind Material- und Raumluftanalysen nötig.
Fasern und Partikel
Neben gasförmigen Schadstoffen können auch Asbest und künstliche
Mineralfasern (Abk. KMF) vorkommen und insbesondere bei schadhaften
Materialien oder durch eine nicht fachgerechte Demontage in erheblichen
Maße freigesetzt werden.
Asbest kommt nicht nur in den bekannten Eternitplatten vor, sondern
kann auch in zahlreichen weiteren Baumaterialen vorkommen, wie etwa
Fußbodenbelägen (Flexplatten, Cushion-Vinyl, Bitumenkleber),
Nachtspeicheröfen, Fugenmassen
oder asbesthaltige Dichtungsringe (Klingerit).
Zur Abklärung eines Verdachtes auf Asbest bzw. KMF werden am besten
Materialproben entnommen und in einem Fachlabor mit einem
Rasterelektronenmikroskop unter Anwendung der Röntgenmikroanalyse
untersucht. Die Raumluft kann ebenfalls mittels Beprobung auf einen
Kernporenfilter auf Asbest und KMF untersucht werden.